Nach einer Erholungsphase von der COVID-19-Pandemie steht die Automobilindustrie seit der zweiten Hälfte des Jahres 2024 erneut unter Druck. In den meisten Märkten sind rückläufige Verkaufszahlen zu verzeichnen, und es herrscht eine erhebliche Unsicherheit, insbesondere in Bezug auf die Dualität von batterieelektrischen Fahrzeugen (BEVs) und Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren (ICE). Laut unserem Automotive Supplier Report 2025 wird erwartet, dass sich dieser Trend bis ins Jahr 2025 fortsetzt.
Automobilzulieferer sind von dieser Unsicherheit überproportional betroffen und verzeichnen seit 2020 kontinuierlich geringere Gewinnspannen als Originalhersteller (OEMs). Insbesondere deutsche Zulieferer sehen sich mit deutlich niedrigeren Margen, im Vergleich zu ihren Kollegen in Amerika und Asien, konfrontiert. Gemäß aktueller wirtschaftlicher Prognosen war 2024 ein herausforderndes Jahr, und es gibt derzeit wenige Anzeichen für eine Verbesserung im Jahr 2025 (siehe Abbildung 1).
Herausforderungen für Zulieferer im Antriebsstrang-Sektor in Europa
Der Antriebsstrang-Sektor, der Komponenten wie Motor, Getriebe, Antriebswellen, Differentiale und Achsen umfasst, stellte historisch gesehen eine lukrative Gelegenheit für Zulieferer in Europa dar. Diese Komponenten arbeiten zusammen, um Leistung zu erzeugen und auf die Straßenoberfläche zu übertragen, was sie für den Fahrzeugbetrieb unerlässlich macht. Zwischen 2017 und 2023 lagen die Margen im Antriebsstrang-Segment 1,5 Prozentpunkte über denen der Nicht-Antriebsstrang-Zulieferer. Allerdings führt die anhaltende BEV/ICE-Dualität zu einer Verringerung dieses historischen Vorteils. Im Gegensatz dazu bieten sich in Amerika und Asien weiterhin vielversprechende Marktchancen für dieses Zuliefersegment (siehe Abbildung 2).
Strategische Positionierung von Automobilzulieferern im BEV- und ICE-Markt
Um sich in der aktuellen Marktlandschaft zurechtzufinden, ist eine strategische Positionierung unerlässlich, um sowohl im BEV- als auch im ICE-Segment tätig zu sein. Dieser doppelte Fokus ist entscheidend, um das Risiko zu minimieren und die unterschiedlichen Anforderungen verschiedener geografischer Märkte zu erfüllen. Eine gründliche Vorbereitung und eine zukunftsorientierte Strategie sind wesentliche Faktoren, um die sich wandelnde Marktumgebung für sich zu nutzen, deutliche Wettbewerbsvorteile zu schaffen und sich von der Konkurrenz abzuheben.
Drei Schritte, um Automobilzulieferern dabei zu helfen, die Unsicherheit der Branche zu navigieren
Verbesserung der Geschäftsgrundlagen
- Viele Zulieferer haben keine Transparenz über die Gesamtkosten und Rentabilität nach Kunde und Technologie.
- Der Fokus liegt oft auf Umsatzmaximierung anstatt auf strategischer Rentabilität.
- Kurzfristige und nicht nachhaltige Strategien sind typisch.
- Das Forderungsmanagement bleibt ein schwacher Bereich für viele Zulieferer, dem es an Professionalität mangelt.
Wettbewerbsfähigkeit steigern
- Viele Geschäftsmodelle werden nicht wettbewerbsfähig gegenüber aufstrebenden asiatischen Wettbewerbern bleiben.
- Kunden priorisieren Geschwindigkeit über Qualität, mit möglichen späteren Updates.
- Ein global abgestimmtes Produktportfolio funktioniert nicht mehr; ein Local-for-Local Ansatz ist unerlässlich.
- Technische Machbarkeit hat in der Produktentwicklung oft Vorrang vor den Kundenbedürfnissen.
Planung für nachhaltiges Wachstum
- Zulieferer verlassen sich zu sehr auf traditionelle Finanzierungsoptionen anstatt neue Optionen zu erkunden (z.B. Schuldenfonds).
- Kommunikation und Strategien sind nicht auf die Erwartungen und Anforderungen des Kapitalmarkts ausgerichtet.
- Zulieferer versäumen es, zusammenzuarbeiten ("Kräfte zu bündeln"), um die Vorteile einer verstärkten Kooperation zu nutzen.
Ausblick der Automobilindustrie 2025 — Herausforderungen und Chancen für BEV- und ICE-Zulieferer
Neben der Bewältigung einer BEV- und ICE-Dualität zur Risikominderung im Zusammenhang mit unterschiedlichen Übergangsgeschwindigkeiten ist es für angeschlagene Zulieferer unerlässlich, strategische Kooperationen und Allianzen innerhalb der Automobilindustrie in naher Zukunft in Betracht zu ziehen. Es sollten verschiedene Partnerschaftsmodelle untersucht werden, einschließlich:
- Horizontale Partnerschaften: Zusammenarbeit zwischen Automobilzulieferern
- Vertikale Integration: Allianzen mit vorgelagerten Zulieferern
- Direkte OEM-Partnerschaften: Engagements mit Originalherstellern
- Zusammenarbeit mit Technologieanbietern: Partnerschaften mit Technologieunternehmen
Die Vorteile dieser kooperativen Ansätze sind vielfältig, einschließlich verbesserter Innovationsfähigkeit, verbesserter Produktqualität, Kosteneffizienz und effektiver Risikominderung, um nur einige zu nennen. Mit einer klar definierten Strategie sollten Automobilzulieferer in der Lage sein, den ICE/BEV-Übergang zu navigieren und zu meistern.
Wenn Sie ein Akteur der Automobilindustrie sind, der einen unsicheren Markt navigiert oder Partnerschaften mit anderen OEMs, Zulieferern oder Technologieanbietern in Betracht zieht, verfügt unser Team über die wesentlichen Kontakte, Kenntnisse und Fachkenntnisse, um Ihnen zu helfen. Nehmen Sie Kontakt mit uns auf, indem Sie dieses Formular ausfüllen, und wir werden Ihnen eine Kopie des vollständigen Reports zukommen lassen.